Auf den Geschmack gekommen

Der Mann meines Herzens hat vor einiger Zeit einen südaustralischen Shiraz probiert und ist auf den Geschmack gekommen. Für mich Grund genug den Wein nach zu verkosten und mich in meinem Wein ABC ein bisschen näher mit dieser Rebsorte zu beschäftigen.

Syrah/Shiraz


Und weil so eine Verkostung viel mehr Spaß macht, wenn es Vergleichsmöglichkeiten gibt, habe ich heute auch einen Vertreter der französischen Stylistik – der Heimat des Syrah – im Gepäck. Allerdings sind beide Weine Cuvées – das pure Syrah-Aroma werde ich heute nicht beschreiben können. Nichts desto trotz sind beide Verschnitte typisch für die Gegend aus der sie kommen. Der Franzose von der Cote du Rhone ist ein Trio aus Grenache, Syrah und Mourvèdre, wobei wie mir scheint Grenache hier die Hauptrolle spielt. Der Australier aus dem McLaren Vale ist eine Cuvée aus Shiraz und Merlot – und mit der fange ich auch an:

Hinter dem „BAAN Shiraz & Company“ 2010 von Salomon Estate steckt übrigens ein österreichischer Winzer, der auch in Südaustralien anbaut. Schon beim Öffnen der Flasche springt einem die ganze Hitze Australiens entgegen – im Glas dann strahlt der Wein im dichten, dunklen Rubinrot mit schwarzem Kern. Die ausgeprägte Aromatik nach schwarzen Beeren, Gewürzen, Lakritze, Holz und Schokolade verleiht ihm trotz seiner Jugend jetzt schon einen vollen und reifen Grundcharakter. Über allem schwebt ein Hauch kühlenden Eukalyptus, bringt Frische und Harmonie ins Glas, lenkt etwas von der Süße ab. Die Säure ist mild, die Tannine weich und samtig – alles in allem eine runde Sache, stoffig und im besten Sinne „süffig“, mit stolzen 14% Alkohol.

Der Franzose heißt „ La Ferme Du Mont – Première Côte“ 2009 von der AOC Côte du Rhône, die ja ziemlich weitläufig ist. Bei dieser Rebsortenzusammenstellung war sicherlich die südliche Rhône der Ausgangspunkt. Dieser Wein ist natürlich ganz anders als der Vorherige. Weniger farbintensiv und mit einem leicht transparenten Rand versehen, kommen die Aromen erstmal nur verhalten aus dem Glas. Vordergründig ist die Frucht, Kirsche und Beeren, dann etwas, das mich an rohes Fleisch erinnert – was nicht unappetitlich ist und schließlich Thymian und Waldaromen. Am Gaumen kommt noch eine pfeffrige Würze hinzu, die Säure frisch, die Tannine leicht adstringierend und auch im fruchtigen Abgang noch gut spürbar. Obwohl der Wein mit 14,5% bei weitem kein Leichtgewicht ist, wirkt der Côte du Rhône viel schlanker und durch das Säure-/Tanningerüst straffer als der weiche, vollmundige Australier.

Zwei Weine, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, da bleibt mir als Fazit wieder einmal nur: über Geschmack lässt sich nicht streiten. In der vielseitigen Weinwelt ist zum Glück für jeden das Richtige dabei!

 

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Kategorie: Allgemein, Ausgetrunken Ein Kommentar »

Eine Reaktion zu “Auf den Geschmack gekommen”

  1. Wein ABC - Träubchen

    […] zur Theorie, wie die Praxis ausschaut könnt ihr unter “Auf den Geschmack gekommen” lesen und als nächstes am besten selbst ausprobieren. Like0Like it? Share it:Tweet (function() { […]


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