Griechischer Wein

Die Ionische Insel Korfu hat in der Weinwelt keinen Ruf. Im Schatten der Insel-Schwester Kefallonia mit ihrer berühmten Robola-Traube stehend, begrenzt sich der Weinbau auf Korfu fast nur auf die Erzeugung von Haus-und Tafelweinen – super in der urigen Taverne – oder den Verkauf der Trauben an Großkellereien, die mit eher säuerlich-flachen Tröpfchen die Supermarktregale füllen. Es gibt sie aber, die Ausnahmen, für die es sich lohnt die kleinen Weingüter der Insel – diese sind an einer Hand abzuzählen – zu besuchen, sofern man sie auch findet. So wartet die eine oder andere Überraschung auf den experimentierfreudigen Korfureisenden, der sich nicht gleich von den ersten ernüchternden Erfahrungen mit den hiesigen Weinen abschrecken lässt. Ein solche Überraschung ist der Rotwein der Familie Grammenos aus Sinarades, einem kleinen Dorf im Westen von Korfu.

Grammenos Family


Meine, zum Ende des Urlaubs hin schon deutlich runtergeschraubten Erwartungen an diesen, noch in letzter Minute im DutyFree-Shop des korfiotischen Flughafens ergatterten Wein aus der mir bis dato vollkommen unbekannten lokalen Rebsorte „Petrokorithos“, wurden auf das Angenehmste übertroffen. Intensives Purpurrot trifft auf Fruchtaromen von Waldbeeren, Heidelbeeren und schwarzer Johannisbeere, untermalt von einer leichten Kakaonote. Am Gaumen sehr rund, mit samtigen Tanninen und einer leichten, strukturgebenden Säure. Überhaupt nicht hitzig oder marmeladig und doch tief fruchtig, mit Schokotouch und Charme  – bei, für diese südlichen Gefilde immerhin nur 12% vol. Alk. In der Weinansprache an sich verpönt, hat das Wort „lecker“ hier seine vollste Berechtigung – da ist die eine Flasche schnell gelehrt und eine zweite leider nicht zur Hand. Schade, dass ich nicht noch auf Korfu auf dieses Weingut gestoßen bin – das wird beim nächsten Urlaub nachgeholt und dann auch der Weisswein aus den „Kakotrigis“-Trauben probiert!

 

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Kategorie: Allgemein, Ausgetrunken Ein Kommentar »

Eine Reaktion zu “Griechischer Wein”

  1. Bettina Ehrling

    Ja, Udo Jürgens hat es damals ganz genau gewusst.


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