Zierfandler vs. Cirfandli

15. Juni 2012 - 16:00 Uhr

Der Zierfandler – nicht zu verwechseln mit dem kalifornischen, roten Zinfandel – ist eine autochthone, österreichische Rebsorte, die in nennenswerter Größenordnung in Österreich nur noch in der Thermenregion rund um Gumpoldskirchen angebaut wird. Oft taucht der Zierfandler – auch Spätrot genannt – im Gespann mit dem Rotgipfler auf und bildet so die Grundlage für eine traditionsreiche, regionale Spezialität – den Spätrot-Rotgipfler – eine Cuvée, die – trotz der Dominanz der Farbe Rot im Namen – weiß ist. Bei beiden Rebsorten handelt es sich nämlich um Weißweinsorten, die „roten“ Namen gehen auf leicht rötliche Verfärbung der Trauben (im Falle des Zierfandlers) und der Triebspitzen (im Falle des Rotgipflers) zurück.

Zumindest der Zierfandler ist aber auch über die österreichischen Grenzen hinweg beliebt, wie ich während eines Besuches im „Haus des ungarischen Weines“ in Budapest feststellen konnte. Das südliche Ungarn, genauer Pecs und Umgebung, rühmt sich mit dem Anbau dieser Sorte und erklärt den „Pecsi Cirfandli“ zur ungarischen Rarität. Sei es drum – ich möchte die Weine sowieso nicht gegeneinander in den Ring schicken: Schlechter/Besser-Vergleiche interessieren mich wenig, schließlich stehen hinter beiden Weinen Menschen, die versuchen das Bestmögliche auf die Flasche zu bringen. Die eine oder andere Gemeinsamkeit und vor allem die Unterschiede herauszufinden, das finde ich um einiges spannender.

Gumpoldskirchener Tradition

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1 Kommentar » | Allgemein, Ausgetrunken