Wein ABC

C wie Chablis:

Chablis bezeichnet sowohl ein französisches Weinanbaugebiet im Burgund, als auch den Wein der in dieser Region aus Chardonnay-Trauben gekeltert wird.

Die Appellation Controlée (AC) Chablis ist die nördlichste von 6 burgundischen Anbauregionen und ist um den gleichnamigen Ort, als auch an den Hängen des Flussufers der Serrein angelegt. Die Region, in der hauptsächlich Chardonnay auf schweren Kalkböden angebaut wird, ist für ihre frischen, säurereichen, trockenen Weißweine bekannt, die den Namen der Region tragen – Chablis. Durch die nördliche Lage und das besondere Klima wurde der Anbau lange Zeit durch Spätfröste gefährdet, mittlerweile kann man aufgrund von Frostschutzmaßnahmen regelmäßige Erträge garantieren.

Die Weine der AC Chablis werden nochmals in vier Qualitätsstufen unterteilt:

  1. Petit Chablis: diese Bezeichnung tragen schlichtere Weine aus der weiteren Umgebung des Ortes, die Böden dort weisen nicht den so charakteristischen, hohen Kalksteingehalt auf.
  2. Chablis: das sind Weine aus der näheren Umgebung des Ortes. Diese Kategorie zeigt mitunter große Qualitätunterschiede auf. Die häufigste Ausbaumethode in den ersten beiden Kategorien ist der Ausbau im Edelstahltank, die Weine sind säurereich, straff und mineralisch und sollten eher jung getrunken werden
  3. Chablis Premier Cru: etwa ¼ der Produktion machen diese Weine von den Hängen beidseitig des Serrain-Ufers aus. Zu den besten Premier Cru- Lagen zählen z.B. Fourchaume, Mont de Milieu, Vaillons, Montmains, Vosgros. Die Premier Crus sind schon um einiges komplexer und vertragen auch ein paar Jahre Flaschenreife.
  4. Chablis Grand Cru: Die bedeutendsten Weinberge der AC Chablis befinden sich ausschließlich auf dem Südwesthang an dem Ufer der Serrain. Die Böden und das Klima ergeben den kräftigsten und vollsten Chablis, der nur ung. 3% der Gesamtproduktion ausmacht und erwartungsgemäß höher im Preissegment liegt als die Weine der vorhergehenden Kategorien. Die Grand Crus sind langlebig und entfalten sich oft erst nach bis zu 10 Jahren Reifezeit. Die 7 Weinberge dieser Qualitätsstufe sind Les Clos, Blanchots, Bougros, Grenouilles, Preuses, Valmur, Vaudésir

Chablis x2

Ich habe zwei Weine aus der Kategorie AC Chablis verkostet – ach was heißt schon „verkostet“ – mit Freude getrunken, denn sie waren beide auf Ihre Weise schmackhaft und doch ganz unterschiedlich!

Zum einen der „Chablis – Le Finage“ von der großen Winzergenossenschaft „La Chablisienne“, die 300 Mitglieder unter sich vereint und auf hohem Niveau Weine aus jeder Chablis-Appellation keltert.

Zum anderen der „ Chablis“ von Simonnet-Febvre, ein seit 1840 bestehender Familienbetrieb, der eigentlich für seinen Crémant berühmt ist.

La Chablisienne            Simonnet-Febvre Chablis

Beide Weine sind von 2009, die Trauben wachsen und gedeihen auf Kalkstein- und Lehmböden, beide wurden im Edelstahltank ausgebaut und haben 12,5 % Alkohol. Sie weisen im Glas ein schönes, glänzend-klares Strohgelb und ein blumiges, fast süßliches Bukett auf. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Während der Wein von La Chablisienne im Geschmack unerwartet knackig, mineralisch und säurereich daherkommt, verblasst der Chablis von Simonnet-Febvre leider etwas im direkten Vergleich. Vom Duft, mit seinen Anklängen an Honigmelone, gefällt er mir eigentlich besser als der „Chablisienne“, wirkt aber am Gaumen weniger lebendig und komplex – ein einfacherer Wein, der die blumig- gefällige Richtung durchzieht, eigentlich untypisch für den Edelstahl-Ausbau. Er eignet sich (sehr gut gekühlt!) zum unkomplizierten Dahintrinken und verträgt neben sich kein ausdrucksstarkes Essen. Der „Chablis – Le Finage“ fordert da die Geschmacksnerven schon mehr heraus – die dominierenden Zitrusaromen, erst recht die Grapefruit im Abgang wirken – pur genossen – schon etwas adstringierend. Doch mit Fisch oder Meeresfrüchten geht er die perfekte Verbindung ein, probiert selbst!

0
Like it? Share it:

Kategorie: Allgemein, Ausgetrunken, Wein ABC Kommentieren »

Kommentarfunktion ist deaktiviert.